Project Description

SCHLAGANFALLVERSORGUNG

Sie oder ein Ihnen nahestehender Mensch haben einen Schlaganfall erlitten und brauchen Unterstützung?

Bitte informieren Sie sich in der Darstellung Schlaganfall über die Angebote aller Versorger im Netzwerk Gesundheitswirtschaft Spandau.

Schlaganfall

Bei einem „Schlaganfall“ handelt es sich um eine plötzlich („schlagartig“) auftretende Erkrankung des Gehirns, die durch eine Störung der Durchblutung des Gehirns verursacht wird (Durchblutungsmangel oder Blutung). Nachfolgend findet sich eine Auswahl kurzer Filme zum Thema Schlaganfall:

Filmbeiträge der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe:

Ein neuer Film der Stiftung Schlaganfall in Zusammenarbeit mit dem Comiczeichner Ruthe:

Nachfolgend findet sich eine Aufstellung der verschiedenen Versorger von Patienten mit Schlaganfall, die im Netzwerk zusammengeschlossen sind. Eine Auflistung im Rahmen dieser Übersicht erfolgt ohne Qualitätsüberprüfung. Aus der Darstellung auf dieser Seite kann daher kein Anspruch auf eine fachlich korrekte Behandlung abgeleitet werden.

Kompetenzen der Netzwerkpartner:

1. Akuttherapie

Beim Auftreten von Symptomen, die auf einen Schlaganfall hindeuten (ins- besondere Lähmungen, Sprachstörung, Doppelbilder) sollte unbedingt die Rettungsstelle der Feuerwehr unter 112 verständigt werden. Besteht auch nach Ansicht des involvierten Fachpersonals der Verdacht auf einen Schlaganfall, so müssen die Betroffenen unverzüglich auf eine Schlaganfall-Spezialstation (sogenannte Stroke Unit) aufgenommen werden. Nur hier sind kurzfristig alle erforderlichen Akuttherapien (z. B. sogenannte Lyse, Thrombektomie etc.) verfügbar.

Netzwerkpartner mit Stroke Unit:

  • Vivantes Klinikum Spandau

2. Rehabilitation

Nach Abschluss der Akuttherapie und der Diagnostik des Schlaganfalls bestehen häufig noch Symptome fort. Zur Verbesserung bzw. auch Kompensation dieser Symptome besteht die Möglichkeit einer stationären oder ambulanten / teilstationären Rehabilitation, in der unter ärztlicher Leitung ein multiprofessionelles Team unter Einschluss von Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden (Neuropsychologen) und auch Sozialarbeitern ein Behandlungsregime für die Patienten erstellt und kontinuierlich den aktuellen Bedürfnissen anpasst. Je nach Schweregrad und Begleiterkrankungen stehen für eine Rehabilitation verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung.

 Neurologische Rehabilitation

Stehen die neurologischen Symptome (Lähmungen, Sprachstörungen, Schluck- störungen, kognitive Defizite) im Vordergrund, ist eine neurologisch geführte Rehabilitation anzustreben. Hierbei werden je nach Betroffenheitsgrad verschiedene Phasen unterschieden: Schwerst betroffene und noch intensivmedizinisch überwachungspflichtige Patienten, teilweise auch beatmet, werden der Phase B zugeordnet. Patienten, die bereits teilmobilisiert und in der Lage sind, an mehreren Therapieeinheiten täglich teilzunehmen, werden der Phase C zugerechnet. Patienten der Rehabilitationsphase D sind im Wesentlichen alltagskompetent. Bei Ihnen stehen meist mentale Probleme im Vordergrund. Bei diesen Patienten erfolgt die Rehabilitation teilweise auch nicht zu Lasten der Krankenkasse, sondern der Deutschen Rentenversicherung zur Wiederherstellung der Berufsfähigkeit.

Netzwerkpartner aus der neurologischen Rehabilitation:

  • Zentrum für Schwerst-Schädel-Hirnverletzte Vivantes Klinikum Spandau (nur Phase B mit und ohne Beatmung)
  • MEDIAN Klinik Berlin-Kladow (Phase B mit und ohne Beatmung, C, D und auch teilstationäre Behandlungen)

 

 Geriatrische Komplexbehandlung

Gerade bei älteren Patienten besteht neben den neurologischen Syndromen oft auch eine sogenannte „geriatrische Multimorbidität“, d. h. internistische oder orthopädische Erkrankungen erfordern vergleichbar viel Aufmerksamkeit und ärztliche Behandlung wie die Folgen des Schlaganfalls. Bei diesen Patienten kann auch eine Behandlung im Rahmen einer geriatrischen Frührehabilitation erfolgen. Diese Behandlung ist jedoch zeitlich begrenzter und aufgrund der Begleiterkran- kungen in der Regel von geringerer Intensität. Die Abgrenzung der neurologischen und geriatrischen Rehabilitationsformen ist im Einzelfall schwierig, es sind auch Übergänge möglich. Die Zuordnung erfolgt in der Regel in Zusammenarbeit mit dem Sozialdienst des vorbehandelnden Akut- Krankenhauses.

Für weitere Erläuterungen verweisen wir auf den Bericht der AG „Patientenpfade – Schnittstellenmanagement am Beispiel Schlaganfallversorgung bei der Überleitung in die Rehabilitation“ des gemeinsamen Landesgremiums nach § 90a SGB V in Berlin (https://www.berlin.de/sen/gesundheit/_assets/themen/ambulante- versorgung/2016-06-14_beschluss_ag_patientenpfade.pdf).

Netzwerkpartner mit geriatrischer Komplexbehandlung:

  • Evangelisches Waldkrankenhaus Spandau
  • Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe
  • Wichernkrankenhaus / Evangelisches Johannesstift
Mobile geriatrische Rehabilitation

Bei manchen geriatrischen Patienten können so starke Schädigungen mentaler Funktionen oder Beeinträchtigungen der Sinnesfunktionen bestehen, dass der angestrebte Rehabilitationserfolg nur im gewohnten oder angepassten Wohnumfeld erreicht werden kann. Auch die Behandlung von Patienten mit Besiedelung mit multiresistenten Keimen ist hier möglich. In diesem Fall besteht die Möglichkeit einer mobilen geriatrischen Rehabilitation, bei der die Patientinnen und Patienten im häuslichen Umfeld wohnen und dort von Therapeutinnen und Therapeuten aufgesucht werden. Die beiden einzigen Einrichtungen für mobile geriatrische Rehabilitation in Berlin befinden sich im Bezirk Spandau.

Netzwerkpartner mit mobiler geriatrischer Rehabilitation:

  • MEDIAN Klinik Berlin-Kladow
  • Wichernkrankenhaus / Evangelisches Johannesstift

3. Ambulante Betreuung

Ambulante fachärztliche Weiterbetreuung

Nach Diagnose eines Schlaganfalls ist zur weiteren medizinischen Behandlung und Koordination der weiteren Maßnahmen in aller Regel die Anbindung an eine/n Fachärztin/Facharzt für Neurologie erforderlich. In diesem Rahmen können z. B. Medikamente angepasst und verschrieben und technische Untersuchungen als Verlaufskontrollen durchgeführt werden. Auch andere Therapien müssen von Fachärzten verschrieben werden.

Fachärzte für Neurologie als Netzwerkpartner:

  • MVZ Spandau Arcaden
 
 Ambulante Therapie

Auch nach Entlassung aus der Akutklinik bzw. der Rehabilitation bestehen häufig noch Symptome fort, die teilweise lebenslang einer regelmäßigen Therapie bedürfen. Diese Therapien, wie Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Neuropsychologie erfolgen über ambulante Therapeuten oder Institutionen nach ärztlicher Verordnung.

Therapeutische Netzwerkpartner:

  • centrovital
  • KG-Physio-Zentrum GmbH
Reha-Sport

Neben Physio- oder Ergotherapie unter therapeutischer Anleitung kann auch sportliche Aktivität zu einer Verbesserung von Symptomen beitragen. Hierzu gibt es das Angebot des Rehabilitationssports, der in Gruppen unter Anleitung von ausgebildeten Sport-/Übungsleitern stattfindet.

Reha-Sportanbieter im Netzwerk:

  • centrovital
  • SC Siemensstadt Berlin e. V.
  • Turn- und Sportverein Spandau 1860 e. V.
Hilfsmittelversorgung und Sanitätshäuser

Manche Symptome lassen sich auch durch intensive Therapien nicht wieder vollständig beseitigen. In vielen Fällen kann jedoch durch den Einsatz von Hilfsmitteln eine Verbesserung der Selbstständigkeit erreicht werden, z. B. durch Rollstühle oder auch Gehstöcke oder bestimmte Bandagen oder Orthesen. Diese Hilfsmittel werden entweder während des stationären Aufenthaltes oder im ambulanten Rahmen durch die behandelnden Ärzte verschrieben und durch Sanitätshäuser angepasst.

Hilfsmittelversorger im Netzwerk:

  • Sanitätshaus müller betten GmbH & Co.KG
Apotheken

Insbesondere zur Verhütung erneuter Schlaganfälle und zur Kontrolle der so- genannten Risikofaktoren (z. B. Bluthochdruck, Zucker etc.) ist häufig die Einnahme von Medikamenten erforderlich, die in der Regel durch den behandelnden Neurologen oder Hausarzt verordnet und durch Apotheken zur Verfügung gestellt werden. Auch stehen Apotheken bereit, wenn es um Einschätzungen von Medikamentenwechselwirkungen geht. Es kann vorkommen, dass im vollständigen Medikationsplan Hinweise zur Optimierung der Therapie ersichtlich werden. Diese werden dann mit den behandelnden Ärzten besprochen und evtl. Therapieanpassungen vorgenommen.

Apotheken im Netzwerk:

  • Zentrum-Apotheke

4. Pflegeeinrichtungen

Sind die Defizite auch längerfristig so ausgeprägt, dass im bisherigen häuslichen Umfeld keine Betreuung und Unterstützung gewährleistet werden kann, ist manchmal der Umzug in eine Pflege- oder Wohneinrichtung erforderlich. Viele dieser Einrichtungen kooperieren auch mit niedergelassenen Ärzten und/oder Therapeuten, um eine medizinisch-therapeutische Versorgung ihrer Bewohner sicherzustellen.

Pflegeeinrichtungen im Netzwerk:

  • Agaplesion Bethanien Havelgarten
  • Katharinenhof im Uferpalais
  • Pro Seniore Residenz Wasserstadt
  • St. Elisabeth Seniorenheim

5. Unterstützungsangebote

Beratungsstellen

Für viele Betroffene und ihre Angehörigen stellen sich häufig pragmatische Fragen zur Organisation oder eben auch zu den Ansprechpartnern für die verschiedenen Angebote. Hier sind die Pflegestützpunkte bzw. auch die Beratungsstelle für behin­derte, krebs- und AIDS-kranke Menschen die richtigen Ansprechpartner. Für ältere Betroffene ist auch die Seniorenvertretung Spandau hilfreich.

Unterstützungsangebote im Netzwerk:

  • Pflegestützpunkte Spandau
  • Beratungsstelle für behinderte, krebs- und AIDS-kranke Menschen
  • Seniorenvertretung Spandau
Selbsthilfeangebote

Für viele Betroffene und ihre Angehörigen ist auch ein Kontakt zu ähnlich Betrof­fenen hilfreich, um sich untereinander auszutauschen und Erfahrungen und Lösungs­möglichkeiten zu teilen.

Unterstützungsangebote im Netzwerk:

  •  Selbsthilfegruppe Aphasie (Sprachstörungen nach Schlaganfall), jeden 3. Mittwoch im Monat, 15:30 – 17:30 Uhr, Median Klinik Berlin, Zimmer E49,
    Kontakt: Frau Bähr, Tel. 3028613

6. Kostenträger

Die Finanzierung der o. g. Leistungen obliegt in der Regel den Krankenkassen. Bei jungen Menschen im berufstätigen Alter, die wieder in den Beruf zurückkehren möchten, kann auch die jeweilige Rentenversicherung (Deutsche Renten- versicherung Bund oder Regionalträger) Leistungen übernehmen. Einzelne Leistungen werden über die behandelnden Ärzte direkt verordnet. Bei anderen

Leistungen (z. B. bestimmte Hilfsmittel oder die längerfristige Verordnung von Therapien) ist eine vorherige Genehmigung durch die Kostenträger erforderlich. Zu beachten ist allerdings, dass für die oben ausgeführten verschiedenen Bereiche wie Akutbehandlung, Rehabilitation oder ambulante Betreuung in der Regel auch verschiedene Abteilungen der Kostenträger (z. B. Krankenkassen oder Pflegekassen) zuständig sind.

Kostenträger im Netzwerk:

  • AOK
  • BARMER
  • SBK Siemens Betriebskrankenkasse / Pflegekasse

Author: PD Dr. C. Dohle